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Abschied von Schulleitung – Für Ellen Kaulwell beginnt verdienter Ruhestand 
. Nicht nur einmal glitzerten Tränen in den Augen von Ellen Kaulwell. Freude, aber auch eine große Portion Wehmut standen der Schulleiterin der Sebastian Kneipp Grundschule Saubach ins Gesicht geschrieben, denn mit diesem Schuljahresende geht für die allseits beliebte und anerkannte Pädagogin ein ausgefülltes und bewegtes Berufsleben zu Ende. Am Donnerstag verabschiedete sich Ellen Kaulwell in der Grundschulaula offiziell von ihrem Mitarbeiterteam, den Bürgermeistern von Verbandsgemeinde An der Finne und Gemeinde Finneland, Vertretern der Kindertagesstätten Kahlwinkel und Saubach, vom Schulförderverein, Sportverein TV 1922 Saubach sowie Unternehmern, die unterstützend für Schulprojekte wirken.

Zur Abschiedsfeier, in der sie noch einmal viel Wertschätzung und Dank für ihre engagierte Arbeit erfahren konnte, begleiteten sie Ehemann und Tochter und nicht zuletzt Wunschmusikstücke, vorgetragen von der talentierten Instrumentalistin und Sängerin Sasha Scherz. Verbandsgemeindebürgermeisterin Monika Ludwig überreichte eine große mit dem Kneipp-Logo und persönlichen Gruß gravierte Schmucklaterne und dankte Ellen Kaulwell mit der sie nicht nur in ihrer Amtszeit als Verbandsgemeindebürgermeisterin immer wieder beruflich zu tun hatte, viele Aufgaben lösen, konstruktiv umsetzen und voranbringen konnte. Zugleich verband Monika Ludwig als Kneippvereinsvorsitzende mit Schulleiterin Ellen Kaulwell der zertifizierten Kneipp-Schule viele gemeinsame Interessenlagen. Mit der Goldenen Ehrennadel des Sportvereins TV 1922 Saubach und einer Ehrenmitgliedschaft im Verein ehrte Bernd Sperling, langjähriger Vereinsvorstand und heute Ehrenvorsitzender, Ellen Kaulwell. Schule und Turnverein sind durch partnerschaftliches Wirken nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Schulleiterin eng verbunden. Eine weitere Partnerschaft pflegt die Bildungseinrichtung auch zur Agrar KG Kahlwinkel.

Ellen Kaulwell in Borau bei Weißenfels aufgewachsen und ab 5. Klasse Schülerin der Weißenfelser Bergschule fand frühzeitig Interesse Lehrerin zu werden und studierte am bekannten Institut für Lehrerbildung in Weißenfels. Dort lernte sie auch ihren Ehemann kennen. Mit ihrem noch während des Studiums geborenen Sohn Peter konnte Ellen Kaulwell ihre Arbeit als Lehrerin für Musik, Deutsch und Mathe meist in den 5. bis 7. Klassen in Bad Bibra beginnen, wo bereits ihr Mann tätig war. Ihr Einstand war allerdings eine 4. Klasse, in der damals der heutige Landrat Götz Ulrich Schüler war. Die junge Familie Kaulwell bekam später weiteren Nachwuchs mit Tochter Heidi, die heute auch wieder in Bad Bibra wohnt, so wie ihre Eltern. Nachdem Ellen Kaulwell schon zwölf Jahre an der damaligen Polytechnischen Oberschule Bad Bibra unterrichtet hatte, kam im Zuge der Deutschen Einheit, der Umstrukturierung und Anpassung des Schulsystems an die westdeutsche Bildungslandschaft auch gravierende Veränderungen, verbunden mit dem Abbau von Lehrkräften wegen Personalüberschuss. Ellen Kaulwell versuchte es mit einer Bewerbung als Grundschulleiterin in Bad Bibra, Zuschlag erhielt ein Kollege, somit bleib der zweite und letztlich erfolgreiche Bewerbungsversuch für die Saubacher Schule. Mit dem Schuljahr 1991/92 nahm die Bad Bibraerin dort ihren Dienst auf, machte ihren Führerschein, um mit dem Trabbi dorthin zu fahren. „Ich war zuvor mit dem Auto noch nach Saubach gefahren und beim ersten Weg dorthin habe ich mich auch noch verfahren“, sagt sie heute darüber lachend. Der Saubacher Bürgermeister, damals Karl-Ernst Petersilie, stand der jungen Schulleiterin schließlich ebenso wie die dortige Lehrerschaft hilfreich zur Seite, um für 60 Kinder die Verantwortung zu übernehmen, „damals ohne Telefon und spartanisch ausgestatteten Büro.“ Noch immer erinnert sie sich gern an damalige Schulabschlüsse mit den Kindern, den Eltern und Lehrpersonal und das Erlebnis, als einmal die Mädchen und Jungen ihren Trabbi bunt bemalten, mit Luftballons schmückten und im überbesetzten Pkw mit ihr eine Ehrenrunde fuhren. „Heute undenkbar“, schmunzelt Ellen Kaulwell darüber. In den Folgejahren stellte sie sich neuen Herausforderungen. Bildungsreformen und das Ausdünnen der Schulstandorte hatten zur Folge, dass ab Schuljahr 2004/05 der Grundschulstandort Saubach auch den bisherigen Schülerbestand Bad Bibra nebst Personal mit aufnahm, Bad Bibra in Trägerschaft des Landkreises als Sekundarschule ab Klassenstufe fünf neu ausgerichtet wurde. Die schöne Schule Bad Bibra zu verlassen, um in der baulich desolaten Schule Saubach zu arbeiten fiel manchen schwer. Zumindest bis zum Einzug der Bad Bibraer wurden einige Schulräume in den Sommerferien in Eigenleistung mit neu gestrichenen Wänden aufgefrischt. Auch den mit nach Saubach wechselnde Förderverein der Grundschule half stets viele weitere Ziele und Pläne zum Wohl der Kinder zu verwirklichen. Schließlich wurde durch den in Bad Bibra gegründeten Kneippverein die Ideen der Kneipp’schen Lehre in das Schulkonzept aufgenommen und so intensiv und konsequent weiterentwickelt, dass die Grundschule Saubach mit angeschlossenem Hort in Deutschland die erste Schule war, die im Jahr 2007 das Kneipp-Zertifikat von Deutschen Kneipp-Bund erhielt. „Alles wurde in Team-Arbeit vollbracht, ebenso die weiteren Veränderungen bewältigt.“ Die Schülerzahlen in Saubach wuchsen, nachdem die Grundschulstandorte Lossa (2009/10) und Wohlmirstedt (2014/15) geschlossen und Kinder nebst Lehrpersonal nach Saubach wechselten. Bis 2005 wirkte sie zusätzlich als Klassenleiterin. Danach wuchsen die Leitungsaufgaben. Zeitweilig gab es dreizügige Schuljahrgänge und derzeit lernen an der Kneipp-Grundschule 185 Mädchen und Jungen aus 22 Orten der Verbandsgemeinde An der Finne von erster bis vierter Klassenstufe. Neben der Erfüllung des geltenden Bildungsauftrags leben und erleben die Kinder die Gesundheitslehre von Sebastian Kneipp mit großer Freude und werden somit für ihr späteres Leben geprägt. „Ob in den Kneipp-Anlagen zur Wasseranwendung, dem schönen Kräutergarten, die Ernährungs- und Ordnungslehre, die Kinder erhalten ein spezielles Grundwissen für ihr späteres Leben. Ich bin auch stets dafür eingetreten, dass die Mädchen und Jungen ohne Unterschied der sozialen Stellung neben der pädagogischen eine grundlegende Werteerziehung erhalten, ihnen Wertschätzung vermittelt wird.“ Ellen Kaulwell erwähnt nicht zuletzt, dass durch die von der Verbandsgemeinde An der Finne als Schulträger eingeleiteten umfangreichen Sanierungsschritte an der baulichen Substanz heute drei bestens aufgestellte Häuser zur Verfügung stehen, zwei Schulgebäude, davon eines mit Hort sowie eine modern ausgestattete Turnhalle, die auch der TV Saubach nutzt. Neben der Schulleitung unterrichtete Frau Kaulwell weiter, übernahm als Musiklehrerin zusätzlich die Schulsingegruppen. Mit dem Schulteam entwickelten sich schöne Traditionen, viermal im Jahr mit ihrer Kollegin Liana Martin die kulturelle Ausgestaltung der Rentnergeburtstage in Saubach und alljährlicher Höhepunkt in der Adventszeit wurde das Weihnachtskonzert, ausgerichtet im Saal vom Waldhotel in Bad Bibra mit Aufführungen von Märchenspiel bis zu Musikbeiträgen der Kinder vor deren begeisterten Eltern.

Wie geht es aber für eine Powerfrau wie Ellen Kaulwell im Ruhestand weiter? „Ich werde wohl erst einmal in dieser Lebensphase ankommen müssen. Denn als Schulleiterin war man so etwas wie eine Universalkraft, war neben Leitungsaufgaben von Buchhaltung bis zur Sachbearbeitung für alles mitverantwortlich. „Aber so ganz werde ich mich nicht zurückziehen“, meint sie. „Ich werde der Schule noch ein Stück erhalten bleiben, neben der Vorsitzenden des Schulfördervereins Anika Klug weiter als ihre Stellvertreterin wirken und vielleicht auch eine Schularbeitsgemeinschaft betreuen. Und ein großer Dank an das gesamte Schulteam, das für mich fast wie eine zweite große Familie war.“ Doch nun wird die eigene Familie im Vordergrund stehen, denn für ihren Mann und die Kinder blieb oft zu wenig Zeit übrig. „Dass die Familie mir so viel Rückhalt und Verständnis für meine Arbeit entgegengebracht hat, dafür kann nicht genug gedankt werden.“    

Text & Foto Gisela Jäger

  
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