In Memleben werden wieder alle Register gezogen [06.09.2016]

Am 18. September 2016 werden in Memleben wieder alle Register gezogen und zwar im ganz wörtlichen Sinn. Denn an diesem Tage wird um 14.30 Uhr in der Kirche St. Martin die Gerhardtorgel, die seit langem schwieg, mit einem musikalischen Gottesdienst wieder in Dienst gestellt. Der schlechte bauliche Zustand des Kirchendaches hatte dazu geführt, dass durch eindringendes Wasser Teile der Stuckdecke in die Orgel gestürzt waren.
Der Förderverein der Kirche St. Martin und die Kirchengemeinde Memleben veranlassten deshalb im Jahr 2007 den Ausbau des Pfeifenwerkes durch den Orgelbauer Jan Werner. Kirchendach und Innenraum des Gebäudes konnten mit viel Eigeninitiative und Engagement saniert werden. Danach kam im Jahr 2013 die Orgel an die Reihe. Der Förderverein ging den ungewöhnlichen Weg, für die Arbeiten den Orgelbauer Rolf Walther anzustellen und die Kosten für den Arbeitslohn vollständig durch Spenden, Benefizaktionen und nicht zuletzt durch Schrottsammlungen selbst zu finanzieren. Die Kosten für Material und Hilfsarbeiten übernahm die Kirchengemeinde.
In den vergangenen drei Jahren wurde so die 1870 von Johann Friederich Gerhardt (1826-1922) aus Merseburg gebaute Orgel einer Generalreparatur unterzogen und wird nun wieder in ihrer gesamten Klangfülle hörbar sein. Sie verfügt über 17 Register verteilt auf 2 Manuale (9/4) und Pedal (4) und hat 906 klingende Pfeifen. Damit ist diese Orgel für eine Dorfkirche schon ein recht stattliches Instrument.
Die daran ausgeführten Arbeiten umfassten grob umrissen und kurz gefasst zunächst die Sichtung und Reinigung der ausgelagerten Pfeifen, die Reinigung aller weiteren Orgelteile, den Nachbau fehlender Pfeifen, die Reparatur defekter Pfeifen, die Reparatur und Neubelederung eines Keilbalges, die Abdichtung der Windkanäle, die Reparatur der Windladen und die Neubelederung aller Ventile. Die Teile der mechanischen Traktur (Kraftübertragung von der Taste bis zum Ventil über Abstrakten, Wellen und Winkel) wurden ausgebaut, alle verschlissenen Messingdrähte ausgewechselt, defekte Holzteile nachgebaut, die zwei Manualklaviaturen und die Pedalklaviatur wurden aufgearbeitet. Abschließend wurden die Teile wieder eingebaut und einreguliert. Schließlich konnten alle 906 Pfeifen wieder an ihrem Platz eingepasst, intoniert und gestimmt werden.
Nun soll das Instrument wieder für viele Jahre zur Ehre Gottes und zu Erbauung der Gemeinde erklingen. Damit diese recht groß wird, sind sie herzlich zur Wiederindienststellung der Memlebener Gerhardtorgel am dritten Sonntag im September eingeladen!

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