Einwohnerfragestunde in Eckartsberga thematisierte die Aufnahme von Asylbewerbern [08.10.2014]

Im Rahmen einer Einwohnerfragestunde im Rathaus von Eckartsberga informierten Landrat Götz Ulrich und Mitarbeiter der Kreisverwaltung Burgenlandkreis alle Interessierten über die künftige Unterbringung von Asylbewerbern in der Stadt und standen anschließend für eine rege Diskussion zur Verfügung. Eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema stellte dem Landrat zu Folge eine Premiere im Burgenlandkreis
und wohlmöglich in ganz Sachsen-Anhalt dar und soll angesichts der Aktualität des Themas und der großen Resonanz in Eckartsberga eine Fortführung in den anderen Verbands- und Einheitsgemeinden des Burgenlandkreises finden.

Den Hintergrund für die Veranstaltung bildet der drastische Anstieg von Asylbewerbern im Bundesgebiet. Allein in Sachsen-Anhalt erhalten dieses Jahr 5800 Asylbewerber eine vorübergehende Unterkunft, wovon 9,1 Prozent (also ca. 530) entsprechend des Verteilerschlüssels auf den Burgenlandkreis entfallen. Politik, Verwaltung und Bürger müssen sich der Herausforderung, adäquate Unterkünfte in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen, gemeinsam stellen. Der Großteil der bisherigen Asylbewerber fand bislang in Zeitz Quartier, dies reicht jedoch künftig nicht aus. Um den Aufnahmeverpflichtungen nachzukommen, hat der Burgenlandkreis eine Immobilie vom DRK in Eckartsberga angemietet. Hier sollen 50 Asylbewerber bis zur Bearbeitung ihrer Anträge untergebracht werden. Gleichzeitig wird nach weiteren Objekten innerhalb der Verbandsgemeinde An der Finne gesucht, die als provisorische Unterkünfte verwendet werden können.

Landrat Götz Ulrich berichtete, dass es sich um Menschen handele, die oftmals aus „dramatischen und lebensbedrohenden Umständen kommen und eine menschenwürdige Unterbringung verdienen – nur Minimalstandards, kein Luxus.“ Die Frage nach den Herkunftsländern und ob es sich eher um Familien oder Alleinstehende handele, könne gegenwärtig noch nicht beantwortet werden. Anwohner müssten keine Sicherheitsbedenken haben – die Asylbewerber dürften sich zwar frei bewegen, es gäbe jedoch einen Wachschutz und eine Hausordnung, die eingehalten werden müsse. Abschließend appellierte der Landrat an die mehr als 150 Gäste der Veranstaltung, sich aktiv einzubringen und den Neuankömmlingen die Integration zu erleichtern.   

  





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letzte Änderung: 25.03.2026